Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden: der Flughafen Berlin Tempelhof wird unwiderruflich geschlossen. Bis zuletzt hatten Fluggesellschaften und ein Volksbegehren die drohende Schließung abwenden wollen. Die Berliner Flughafengesellschaft möchte mit der Schließung den Verluste einbringenden Flughafen Tempelhof zum 31.10.2008 stilllegen. Die Fluggesellschaften müssen nun bis zum 1. November 2008 den Flugverkehr einstellen. Die Schließung erfolgt auch im Zuge des Ausbaus des Flughafens Berlin Schönefeld, welcher der neue Großflughafen für Berlin werden soll. In nicht allzu weiter Ferne droht dann auch dem Flughafen Berlin Tegel aus gleichem Grund die Schließung.
3 Antworten bis jetzt ↓
1 Michael P. // Feb 4, 2008 at 09:43
Berliner Flughafen: Die Rettung des Tempelhofs
Drei von vier Berliner sind dagegen, den Flughafen Tempelhof zu schließen. Die Bürger wollen seine Identität mit dem weltberühmten Flughafen wahren. Der Widerstand wird nun immer größer: Berliner Bürger haben ihre Bildersammlung mit über 800 Fotos vom Flughafen ins Internet gestellt. Verbunden ist die Internetseite mit einem eindeutigen Aufruf gegen die Schließung des Flughafens Tempelhof.
In den vergangenen Wochen haben schon 137 333 Berliner für den Erhalt des City-Airports unterschrieben. In den nächsten Wochen müssen noch 33 000 Unterschriften zusammenkommen, damit es im Juni zu einem Volksentscheid kommt. Das Volksbegehren ist der wichtigste Schritt, aber nicht der Einzige: Die Initiatoren einer Internet-Seite erinnern mit Bildern des Flughafens an seine prachtvolle Zeit und stimmen Altkanzler Helmut Schmidt zu: „Berlin sollte Tempelhof nicht aufgeben. Die Hauptstadt der Republik darf jetzt die große und letzte Chance nicht verpassen, einen bundesweit einmaligen Standortvorteil zu nutzen: einen Flughafen in unmittelbarer Nähe der Innenstadt.”
Was die Initiatoren erreichen wollen? Alle Berliner sollen sich gegen die Schließungsabsicht des Berliner Senates und damit auch gegen Wowereit stellen. “Wir fordern den Regierenden Klaus Wowereit auf, seinen Höhenflug – jenseits der Berliner Bürger – zu beenden und wieder in der Mitte seiner Bürger zu landen”, sagt Michael Paul, Initiator des Projekts. Die Betreiber der Bildersammlung gehörten zu den Befürwortern des Flughafens Tempelhof. “Wir werden auch gerne als Ewiggestrige bzw. Rosinenbombergeneration, BZ-Leser oder der Wirtschaft nahe stehenden Parteien und Organisationen zugeordnet”, sagt Paul weiter. Der Flughafen Tempelhof sei nicht die primäre Angelegenheit der oben genannten Gruppierungen oder eines Friedbert Pflüger, es eine parteiübergreifende Angelegenheit aller Berliner. “Es geht uns nicht um das Lamentieren oder Nostalgie, sondern um Standortvorteile, wirtschaftliche Interessen, Zukunftschancen und auch um die Identität unserer Stadt”, versichert Paul.
Die Länderfusion mit Brandenburg blieb aus und Berlin würde künftig keinen einzigen Flughafen mehr haben. Viele Arbeitsplätze würden dann nach Brandenburg verlagert und auf die Steuereinnahmen aus dem Flughafenbetrieb müsse Berlin verzichten, glauben die Initiatoren des Projekts. Der Wirtschaftstandort Berlin werde dadurch geschwächt. Auf die Rolle des Ergänzung- bzw. Entlastungsflughafen bereiten sich in Brandenburg die Flughäfen Finow und Schönhagen vor – ohne damit den viel zitierten Bau des Flughafens BBI zu gefährden. “Den Berlinern Steuerzahler bleibt ab Oktober 2008 ein Flughafen als Brachliegendes Land das dem Steuerzahler Millionen Euro jährlich kosten wird”.
2007 haben Tegel, Tempelhof und Schönefeld mit über 20 Mio. Passagieren 240 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet – ab 2011 wird Berlin an diesem enormen Markt ” Flughafenbetrieb ” nicht mehr beteiligt sein. “Diese maßgebliche Verlagerung von Wirtschaftskraft von Berlin nach Brandenburg motiviert uns, für Berlin den Flughafen Tempelhof zu erhalten. Berlin ist im Wettstreit um Investoren, ein Konkurrent von Brandenburg”, erklärt Paul. Und wenn heute absehbar ist, dass für den künftigen BBI ein Ergänzung- bzw. Entlastungsflughafen nötig wird, dann stehe Berlin Tempelhof diese Rolle zu und dürfe nicht auch noch den Brandenburgern widerstandslos überlassen werden.
Auf der Internetseite der “Bildersammler und Tempelhofer” werden alle Berliner aufgerufen, ihre Bilder vom Flughafen Tempelhof vom Dachboden zu holen. “Diese Bilder und Ihre Geschichte dazu werden in der „Besucher-Galerie“ auf unserer Homepage veröffentlicht”, erklärt Paul.
http://pro-und-contra-tempelhof.de
2 Grünast // Feb 24, 2008 at 11:24
Be Berlin ist auch Be Tempelhof!
Gegen Bonzenwohngebiet in Tempelhof – Berliner wehrt euch!
Wird der Flughafen geschlossen, erwarten die Anwohner (Friedenau / Tempelhof / Neukölln) deftige Mieterhöhungen und/oder die Vertreibung in die Randgebiete von Berlin.
Und das alles für ein Vorzeigeprojekt der Alternativen, ein grünes Wiesenmeer, rot/rot/grüne Träumereien und ein neues exklusives Öko-Wohnquatier für rot / grüne Wohlstandsbürger a’la Künast und Co. Alles zu finden unter http://www.autofrei-wohnen.de/ und der Die sogen. Bürger-Initiative flugfreies Tempelhof (bift.de)
Die neuen Vertriebenen und alle Berliner – in Ostteil und im Westteil unserer Stadt – dürfen die Zeche zahlen.
Zusätzlich kommen die Kosten für das brachliegende Land (Flughafen Tempelhof) und die Sanierung des Tempelhofer Feldes von Altlasten und die Unterhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes des Flughafens Tempelhof.
Aber das ist für den Rot/Roten Senat kein Problem. Dann werden halt die Gelder über soziale Projekte und Einrichtungen noch mehr gekürzt.
To be, or not to be: that is the question!
Gegen Bonzenwohngebiet in Tempelhof – Berliner wehrt euch!
Be Berlin ist auch Be Tempelhof!
3 Klaus // Mrz 6, 2008 at 12:58
Be Berlin ist auch Be Tempelhof.
Aktionsbündnis „be-4-tempelhof.de“ gegründet
Diese Woche hat sich das „Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de“ gegründet. Zu den Initiatoren gehören die Initiativen „Pro Tempelhof“, „Tempelhof soll Weltkulturerbe werden“ und die Initiative „SPD-Wähler für den Flughafen Tempelhof!“
Die Debatte um den Flughafen Tempelhof hat das Bündnis veranlasst, die Gründe für die Offenhaltung Tempelhofs auf sachlicher Ebene darzustellen. Das Aktionsbündnis unterstützt die Initiatorin des Volksentscheids, die Interessengemeinschaft City Airport e.V. – ICAT.
Das überparteiliche Aktionsbündnis möchte auch deutlich machen, dass die Schließung des Flughafens eine sachpolitische Frage ist, dessen Auswirkungen alle Berliner in Ost und West betreffen.
„Deshalb haben auch viele SPD-Wähler für Tempelhof unterschrieben“, so Michael Paul von der Initiative „SPD-Wähler für den Flughafen Tempelhof!“
Michael Paul weiter: „Wir sind nicht rückwärtsgewandt, wir handeln zukunftsorientiert. Es ist im hohen Maße verantwortungslos, einen bundesweit einmaligen Standortvorteil ohne Not aufzugeben. So sichert man keine Optionen für die Zukunft. Klaus Wowereit und sein Senat verbauen durch Sturheit und ideologische Verblendung Zukunftschancen für Berlin. Wenn der Senat Investoren abweist und Vertreter der Regierungsparteien Geschäftsreisende als „Bonzen“ und „Steuerflüchtlinge“ bezeichnet, verprellt er nicht nur Interessenten – auch der Steuerzahler kann diese Haltung nicht verstehen.“
„Unsere Stadt braucht einen handlungsfähigen Regierenden Bürgermeister – auch in den Fragen der Flughäfen. Es scheint im Moment so, dass er in diesem Punkt die Interessen des Bundeslandes Brandenburg besser vertritt, als die Belange Berlins. Die Hauptstadt Berlin hätte – vorausgesetzt BBI wird pünktlich fertigt – ab 2011 keinen eigenen Flughafen mehr“ erklärt Paul.
be-4-tempelhof.de: Die so genannten Nachnutzungskonzepte können nicht ernst genommen werden, sie bestehen im Wesentlichen aus wagen Aussichten und grünen Schwärmereien. Über die erheblichen Kosten des Nachnutzungskonzeptes, schweigen sich der Senat und die Gegner des Flugshafens gänzlich aus. Die Rechnung wird den Bürgern, vergleichbar mit dem Verkauf der Berliner Wasserbetriebe, nachträglich präsentiert.
„Der Flughafen Tempelhof könnte mit einer sinnvollen Nutzung rentabel arbeiten. Wird er geschlossen, kommen auf den Steuerzahler horrende Summen zu. Allein ein Umbau des Flughafengebäudes für Büronutzung wird vom Bund auf 450 Mio. geschätzt. Sollte eine Grünfläche entstehen, werden Bodensanierungen und Entsorgung von Altlasten in dreistelliger Millionenhöhe erforderlich. Berlin braucht das Geld für Kinder- und Jugendeinrichtungen, für den Erhalt und Ausbau unserer Schulen – nicht jedoch für ein weiteres – wie auch immer gestaltetes – Projekt von Wohnen und Gewerbe. Berlin hat genügend Leerstand auf dem Wohnungsmarkt und bei Gewerbeflächen. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass mit einer Bebauung des Flugfeldes der für die Innenstadt wichtige Klimafaktor ‚Luftaustausch’ zerstört wird” so Eva Hornig, Mitglied bei be-4-tempelhof.de
“Tempelhof ist mit 85 Jahren ununterbrochenem Betrieb der älteste Verkehrsflughafen der Welt. Darüber hinaus steht er wie kaum ein anderes Bauwerk für die wechselvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts. Aufkommen der Luftfahrt, Nationalsozialismus, Krieg, Kalter Krieg und Überwindung der Teilung Europas – Tempelhof war ein Spiegelbild dieser Geschichte.”
“Etwas so authentisches muss man der Nachwelt erhalten. Die Anlage steht unter Denkmalschutz. Mit der Schließung des Flughafens droht dem Gebäude Verwahrlosung und Verfall. Dafür gibt es in Berlin ausreichend Beispiele. Deshalb ist der ideale und wirkungsvollste Denkmalschutz, die Beibehaltung der ursprünglichen Nutzung, meint Volker Perplies von der Initiative “Tempelhof soll lebendiges Weltkulturerbe werden”
Andreas Donati, von der „Initiative „Pro-Tempelhof“. In den letzten Monaten ist deutlich geworden, dass das Ziel Tempelhof zu schließen rein ideologisch gesteuert ist und mit Hilfe von Scheinargumenten verfolgt wird . Die Rechtslage scheint so eindeutig nicht zu sein und daher ist die Berliner Landespolitik längst aufgefordert, endlich auf die veränderten Rahmenbedingungen seit 1996 zu reagieren.
Die herbeigesehnte Länderfusion ist nicht erfolgt und wird von Brandenburg auch weiterhin abgelehnt. Des weiteren sind die Fluggastzahlen entgegen jeder Berechnung „explodiert“ und Experten weisen heute schon daraufhin, dass der BBI einen Ergänzungsflughafen nötig haben wird. Dieser sollte vernünftiger Weise in der Hauptstadt dieser Republik liegen, eben mit kurzen Wegen in die Entscheidungszentren der Stadt.
Natürlich gibt es unterschiedliche „Denkmodelle“ für solch eine Ergänzungsfunktion für den BBI – z.B. als eingeschränkter Verkehrsflughafen oder als reiner Geschäftsflughafen – selbst eine Zukunft als Sonderflughafen (Lauder/Langhammer-Konzept) würde eine sinnvolle und zweckmäßige Nutzung dieses einzigartigen Standorts darstellen. Daher in aller Deutlichkeit: Nur durch einen Erfolg des anstehenden Volksentscheids (Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen) wird von dem Berliner Senat die gebotene Sachlichkeit in der Angelegenheit einzufordern sein. Und nur dann wird für den Wirtschaftsstandort Berlin und dem Flughafen Tempelhof die beste und nicht nur die einfachste Lösung erreicht werden können!
be-4-tempelhof.de: Beim kommenden Volksentscheid können die Berlinerinnen und Berliner über die Zukunft ihres Zentralflughafens entscheiden. Es ist eine parteiübergreifende Angelegenheit aller Berliner. Die Berliner sollten sich dabei nicht von dem Getöse der Parteien instrumentalisieren lassen. Stimmen Sie deshalb für Tempelhof, stimmen Sie für Berlin!
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